Wann brauchen Eltern 24-Stunden-Pflege? Ehrliche Checkliste

Ältere Frau und junge Frau lachen zusammen auf dem Sofa

Kurz gesagt: Eine 24-Stunden-Betreuung ist sinnvoll, wenn Ihr Angehöriger auch für ein paar Stunden nicht mehr sicher allein sein kann, aber vor allem Hilfe im Alltag braucht und keine ständige medizinische Pflege. Bei Carena beginnen die Preise je nach Pflegegrad bei 2.750 € bis 3.125 € im Monat. Ab Pflegegrad 2 kann Ihr Angehöriger sein Pflegegeld dafür einsetzen, bei Pflegegrad 3 bleiben dann ab 2.376 € im Monat. Im besten Fall, mit dem Jahresbetrag für Verhinderungspflege und dem Steuervorteil, sind es ab 1.749 € im Monat. Dazu kommen Anreise und Verpflegung der Betreuungskraft. Stand: 05.10.2026.

Sie sind nicht sicher, ob es schon so weit ist? Fragen Sie uns. Wir sagen Ihnen auch, wenn eine andere Hilfe besser passt. → Jetzt kostenlose Beratung anfragen

Selten gibt es den einen Moment, in dem alles klar ist. Die Mutter ruft abends dreimal an, weil sie nicht mehr weiß, ob sie ihre Tabletten genommen hat. Im Kühlschrank steht das Essen vom Wochenende. Der Pflegedienst kommt morgens und abends, und dazwischen liegen viele Stunden, in denen niemand weiß, wie es ihr geht.

Viele Töchter und Söhne fragen sich in dieser Zeit, ob sie übertreiben. Oder sie haben ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht noch öfter vorbeifahren können. Die Checkliste unten hilft, die Lage nüchtern einzuschätzen. Ein einzelner Punkt heißt noch nicht viel. Wenn aber in mehreren Bereichen vieles zutrifft, braucht Ihr Angehöriger wahrscheinlich jemanden, der mit im Haus lebt.

Die Checkliste: Wann reicht stundenweise Hilfe nicht mehr?

Sicherheit im Alltag

  • Ihr Angehöriger ist in den letzten Monaten gestürzt oder ist beim Gehen unsicher.
  • Er lässt den Herd an, vergisst das Wasser oder schließt die Tür nicht ab.
  • Er verlässt die Wohnung und findet nicht allein zurück.
  • Tabletten werden vergessen oder doppelt genommen.

Körperpflege und Essen

  • Waschen, Anziehen oder der Gang zur Toilette klappen nicht mehr allein.
  • Er isst und trinkt zu wenig, wenn niemand daneben sitzt.
  • Er braucht mehrmals am Tag Hilfe, nicht nur morgens und abends.

Nachts

Viele Familien merken erst spät, wie unruhig die Nächte sind. Steht Ihr Vater nachts auf und weiß nicht, wo er ist? Ruft er Sie an, weil er Angst hat? Dann reicht ein Pflegedienst, der zu festen Zeiten kommt, meist nicht mehr. Braucht er allerdings jede Nacht mehrmals Hilfe, ist auch eine einzelne Betreuungskraft schnell überfordert. Sie braucht selbst Schlaf. Sprechen Sie das vor dem Start offen an.

Und Sie selbst

  • Sie schlafen schlecht, weil das Telefon nachts klingeln könnte.
  • Sie haben Ihre Arbeitszeit verringert oder denken darüber nach.
  • Für Ihre eigene Familie und für Freunde bleibt kaum Zeit.
  • Sie merken, dass Sie gereizt sind, auch gegenüber Ihrer Mutter oder Ihrem Vater.

Wenn Sie sich in diesen Punkten wiederfinden, ist das kein Versagen. Es ist ein Zeichen, dass die Last zu groß geworden ist. Mehr Hilfe zu holen ist dann eine vernünftige Entscheidung, für Ihren Angehörigen und für Sie.

Großmutter und Enkelin machen zu Hause gemeinsam ein Selfie
Wer mit im Haus lebt, hilft nicht nur beim Waschen und Kochen, sondern ist auch einfach da.

Wann eine 24-Stunden-Betreuung nicht passt

Eine Betreuungskraft lebt mit Ihrem Angehörigen und hilft im Alltag. Sie ersetzt aber keine Pflegefachkraft. In diesen Fällen ist eine andere Lösung oft besser:

  • Ihr Angehöriger braucht rund um die Uhr medizinische Pflege, zum Beispiel bei Beatmung.
  • In der Wohnung gibt es kein eigenes Zimmer für die Betreuungskraft.
  • Er braucht nur ein paar Stunden Hilfe am Tag und kommt sonst gut allein zurecht. Dann sind ein Pflegedienst oder eine Tagespflege meist günstiger.
  • Er lehnt jede fremde Person im Haus dauerhaft und entschieden ab.

Ob die Wohnung passt, lesen Sie bei den räumlichen Voraussetzungen. Wie sich Heim und Betreuung zu Hause unterscheiden, zeigt unser Vergleich Pflegeheim oder 24-Stunden-Pflege.

Welche Hilfe passt zu welcher Lage?

HilfePasst gut, wennPasst weniger, wenn
Ambulanter Pflegediensteinzelne Pflegeeinsätze am Tag reichen, auch für Spritzen oder VerbändeIhr Angehöriger zwischen den Besuchen nicht sicher allein ist
Tagespflegetagsüber Gesellschaft und Struktur fehlen, abends und nachts aber jemand da istnachts Hilfe nötig ist oder die Fahrt dorthin zu anstrengend ist
24-Stunden-Betreuungjemand fast immer in der Nähe sein soll und Ihr Angehöriger zu Hause bleiben möchteständig medizinische Pflege nötig ist oder kein Zimmer frei ist
Pflegeheimrund um die Uhr Fachpflege gebraucht wirdIhr Angehöriger unbedingt zu Hause bleiben möchte
Die Formen lassen sich kombinieren. Ein Pflegedienst kann zum Beispiel zusätzlich kommen, wenn eine Betreuungskraft im Haus lebt.

Den Unterschied zwischen Pflegedienst und Betreuungskraft erklären wir ausführlicher im Beitrag 24-Stunden-Pflege oder ambulanter Pflegedienst.

Was kostet eine 24-Stunden-Betreuung im Monat?

Bei Carena richtet sich der Preis nach dem Pflegegrad. Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse Pflegegeld an Ihren Angehörigen, und er kann es für die Betreuung einsetzen. „Sie zahlen ab“ ist der Betrag nach Abzug des Pflegegelds. „Im besten Fall ab“ zieht auch den Jahresbetrag für Verhinderungspflege und den Steuervorteil ab; die Bedingungen stehen unter der Tabelle.

PflegegradPreis abPflegegeldSie zahlen abIm besten Fall ab*
ohne Pflegegrad2.750 €–2.750 €2.417 €
Pflegegrad 12.825 €–2.825 €2.492 €
Pflegegrad 22.900 €347 €2.553 €1.926 €
Pflegegrad 32.975 €599 €2.376 €1.749 €
Pflegegrad 43.050 €800 €2.250 €1.623 €
Pflegegrad 53.125 €990 €2.135 €1.508 €
Betreuung durch Carena für eine Person, im Monat, ohne Anreise und Verpflegung. Stand: 05.10.2026. * Im besten Fall: zusätzlich bis zu 294 € im Monat aus dem Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege (ab Pflegegrad 2, wenn Ihre Pflegeperson verhindert ist) und bis zu 333 € im Monat Steuervorteil (§ 35a EStG, je nach Einkommen, über die Steuererklärung).

Dazu kommen die Anreise der Betreuungskraft mit ab 170 € pro An- und Abreise, bei einem Wechsel alle 6 bis 12 Wochen. Die Familie stellt außerdem ein eigenes Zimmer und das Essen. Wird ein zweiter Mensch im Haushalt mitbetreut, kommt ein Aufschlag dazu, der von dessen Pflegegrad abhängt.

Manches kann die Kosten noch senken. Für die Betreuung im Haushalt ist eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG möglich, abhängig von Ihrer Situation: 20 % der Kosten, höchstens 4.000 € im Jahr pro Haushalt. Ab Pflegegrad 2 gibt es außerdem den gemeinsamen Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege von 3.539 €. Er hilft aber nur, wenn die Hauptpflegeperson verhindert ist, und ist kein monatlicher Zuschuss. Planen Sie deshalb zuerst mit dem Betrag nach Pflegegeld.

Alle Preise finden Sie auf der Seite Kosten der 24-Stunden-Pflege. Hat Ihr Angehöriger noch keinen Pflegegrad, lohnt sich der Antrag fast immer. Wie er geht, steht im Beitrag Pflegegrad beantragen. Was Ihre Familie am Ende im Monat zahlt, rechnen wir gern mit Ihnen durch. → Jetzt kostenlose Beratung anfragen

Was eine Betreuungskraft übernimmt und was nicht

Eine Betreuungskraft hilft beim Waschen, Anziehen und beim Gang zur Toilette. Sie kocht, kauft ein, hält die Wohnung in Ordnung und erinnert ans Trinken. Sie geht mit spazieren, begleitet zum Arzt und ist zum Reden da.

Medizinische Behandlungspflege gehört nicht dazu. Spritzen, Wundversorgung und Verbandswechsel übernimmt ein ambulanter Pflegedienst, der zusätzlich ins Haus kommen kann. Eine genaue Liste finden Sie bei den Aufgaben einer Betreuungskraft.

Fragen, die Familien vor der Entscheidung stellen

Mein Vater will keine fremde Person im Haus. Was nun?

Das hören wir oft, gerade am Anfang. Hinter dem Nein steckt meist die Angst, nicht mehr selbst bestimmen zu dürfen. Beziehen Sie ihn früh ein und sprechen Sie von Hilfe im Haushalt und Gesellschaft, nicht von Pflege. Erzählen Sie uns im Beratungsgespräch von seinen Gewohnheiten und Vorbehalten. Das hilft bei der Suche nach einer Person, die zu ihm passt.

Kann ich eine Betreuungskraft nur für ein paar Stunden buchen?

Nein. Eine 24-Stunden-Betreuungskraft lebt mit im Haus. Wenn Ihr Angehöriger nur ein paar Stunden am Tag Hilfe braucht, ist ein Pflegedienst oder eine Alltagshilfe meist die bessere und günstigere Wahl.

Was passiert, wenn die Betreuungskraft krank wird oder es nicht passt?

Fragen Sie das vor dem Start: Wie läuft eine Vertretung, wie schnell kommt jemand Neues, und entstehen dafür Kosten? Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben. Die Betreuungskräfte wechseln sich ohnehin in der Regel alle 6 bis 12 Wochen ab.

Wer sind die Betreuungskräfte, und wie ist der Vertrag geregelt?

Carena Direkt vermittelt Betreuungskräfte aus Ungarn, Rumänien, Estland, Lettland und Litauen an Familien in Deutschland. Den Vertrag und wer welche Pflichten übernimmt, gehen wir im Beratungsgespräch mit Ihnen durch. Lesen Sie den Vertrag in Ruhe, bevor Sie unterschreiben.

Der nächste Schritt

Erzählen Sie uns, wie ein normaler Tag bei Ihrer Mutter oder Ihrem Vater gerade aussieht, und was nachts passiert. Dann sagen wir Ihnen, ob eine Betreuung zu Hause passt und was sie Ihre Familie im Monat kosten würde. Das Gespräch ist kostenlos. Wenn Pflegegrad 3 vorliegt, finden Sie Einzelheiten auch im Beitrag Pflegegrad 3 zu Hause.

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Quellen

Stand: 05.10.2026. Alle Beträge sind am 05.10.2026 mit den genannten Quellen abgeglichen.

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